Samstag, 14. und Sonntag, 15. April

Reb-ART „Von der Rebe zur Kunst“ – Künstler gestalten

Eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Weinrebe und ganz besonders mit ihrem Holz. Die eingeladenen Künstler setzen sich mit dem Thema unter Regional-Bezug auseinander. Die verschiedenen künstlerischen Äußerungen sind am Samstag 14. und Sonntag 15. April im Aschingerhaus zu sehen. Für interessierte Besucher besteht am Samstag während der Öffnungszeiten der Galerie die Möglichkeit, die Künstler bei ihrer Arbeit im Aschingerhaus und in der neu errichteten Kunstwerkstat zu besuchen und die Entstehung der Werke zu erleben. Diese werden dann ab Sonntag 15.04.2018 für zwei Wochenenden im Aschingerhaus ausgestellt. Am Sonntag bewirtet ab 15.00 Uhr das KulturDreieck Oberderdingen mit Kaffee und Kuchen.

Die Reb-ART wird unterstützt durch die Firma E.G.O 

 



Teilnehmende Künstler:

Kerstin Bach

„Eine kultivierte Form der Weinrebe, ein altes Holz, das je nach Erziehungssystem seine charakteristische Form erhält. Je älter, desto tiefer reichen seine Wurzeln. In der Vegetationsruhe wird der Rebstock geschnitten. Der dann im Frühjahr austretende, reichhaltige Wundsaft wird Rebtränen, Rebwasser oder Rebenblut genannt. Welch deutungsvolle Namen. Ein merkwürdiges Gewächs, das ich mit Neugierde und Offenheit wahrnehmen, entziffern, lesen, begreifen und deuten werde.“  Die Künstlerin hat an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und an der École des Beaus Arts in Paris studiert, viele Jahre im Ausland verbracht, dort unter anderem als Designerin gearbeitet, und natürlich gemalt. Das Geld verdient sie sich als Kunstlehrerin an einem Gymnasium in Baden-Württemberg. Dort versucht sie Fähigkeiten zu fördern und Wissen weiterzugeben.

Ausgangsmaterial für Reb-Art


Helga Essert-Lehn

„Rebholz hat durchaus etwas sehr Sinnliches. Bis in sein teilweise hohes Alter hinein windet es sich der Sonne entgegen, geformt und liebevoll gezwungen durch die Hand des Winzers.“

Helga Essert-Lehn interessiert sich besonders für seine Form, für seine Beschaffenheit, für Sichtbares und Unsichtbares. Fundstücke aus den Weinbergen und der von einigen Winzern gespendete Haufen an Rebhölzern sind das Ausgangsmaterial für ihre Skulpturen. Maserung und Wuchsrichtung des Rebholzes wiederholen scheinbar zeichnerisch die Landschaft. In ihm lassen sich Geschichten lesen. In ihrer Arbeit greift die Künstlerin diese auf, verändert das Vorgefundene, fügt etwas hinzu oder nimmt weg. Es entstehen Figuren und Formen, die mit ihr gemeinsam ihre eigenen Geschichten entwickeln.

Helga Essert-Lehn studierte an der Alanus Hochschule Bonn freie Kunst und Kunsttherapie. Als freischaffende Künstlerin arbeitet sie in ihrem Atelier in Flehingen an ihren Bildern und Skulpturen. Unterstützt durch den Lions Club Karlsruhe Zirkel leitet sie seit 2011 das von ihr initiierte Projekt „artist in school“ an 10 Schulklassen in Karlsruhe und Ettlingen. Sie ist Lehrbeauftragte der Akademie Schloss Rotenfels und außerdem als Kunsttherapeutin an der Rechbergklinik Bretten tätig.

 

Rosemarie Vollmer

Rosemarie Vollmer lebt in Gondelsheim, arbeitet dort in ihrem Atelier für die freie Malerei, die  auftragsgebundene Glasgestaltung und die Glockenzier (seit 1995). Von 1975 bis 1981 hat sie an der Kunstakademie Karlsruhe studiert. Parallel zur künstlerischen Arbeit gehören Lehraufträge ( 2003 bis 2010 Hochsuche für Kunst und Design, Burg Giebichenstein in Halle /Saale), Päd. Hochschule Karlsruhe  sowie auch an der Akademie Rotenfels  zu ihrem Schaffen.

 

Jürgen Scheible

 

Rebholz mit Licht bemalt.

Der Oberderdinger Licht- und Landart-Künstler Jürgen Scheible verändert seine Umgebung mit Hilfe von Licht-Projektionen und der Anwendung von innovativen Technologien wie Drohnen, um neue Erlebnisse im Raum zu schaffen. 

Während der ArtInside „bemalt“ er mit Hilfe seines „Handys als Spraydose“ einen Haufen von Rebhölzern im Gewölbekeller des Aschingerhauses. In Form von Fotografien und Video Clips stellt er die neuesten Werke seiner DroneLandArt vor -  3D Illusionen in und mit der Natur. Jürgen Scheible ist uns bekannt durch seine Lichtinstallation am Oberderdinger Amthof zum 1250. Jubiläum, der Bemalung der Fassade des alten Schulhauses während der ArtInside 2011 und der Lichtskulptur „Engel auf dem Felde“ die während der vergangenen Weihnachtszeit auf einer Wiese zwischen Oberdingen und Großvillars zu sehen war. Scheible ist Professor an der Hochschule der Medien in Stuttgart im Studiengang Werbung und Marktkommunikation.

 

Jochen Steinmetz

Lehre als Werbefotograf und Fachlaborant.

Studium Fotografie und Kunstgeschichte in Glasgow, Essen und Heidelberg

„Ohne Licht kein Bild, ohne Sonne kein Wein.“ 

Licht ist Welle und Energie. Die Basis für Wein und Fotografie, für Winzer und Fotografen. In der Gestaltung dieser Energie werden ihre Visionen sichtbar und erlebbar. Jochen Steinmetz fotografiert im Aschingerhaus Objekte und Menschen mit einer historischen Plattenkamera. Die analogen Aufnahmen werden in einer improvisierten Dunkelkammer gleich entwickelt und können nach dem Trocknen mitgenommen werden.

 

Karl Vollmer

„Wein ist eine Flüssigkeit mit wunderbarem Duft und von großer

Geschmacks- und Farbvielfalt.

Sehen –Schmecken – Riechen; den Weg von der Rebe zum Wein spüren.“ 

1952     geboren in Dürnau

 Studium an der Universität und Kunstakademie

 Stuttgart bei den Professoren Peters, Bachmaier,

 Böhmer und Schoofs

1978     2. Preis Künstlergilde Ulm, für Zeichnung

 2. Preis „Grafik unserer Zeit“, Frankfurt / Main

1978/79 Arbeitsstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg

1995      Gastatelier Xylon-Werkstätten Schwetzingen

2005     Berlin-Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg  

1. Preis „Bildhauer als Maler und Zeichner“ –

Kunstpreis der Sparkasse Karlsruhe 2005

2011     Stipendium Kartause Ittingen, (Schweiz)  Karl Vollmer ist Mitglied des Künstlerbundes Baden-Württemberg. Sein Werke zeigt er in zahlreichen Ausstellungen und Beteiligungen im In- und Ausland. Er lebt und arbeitet in Gondelsheim und Berlin.


Sonntag, 15. April

„Wenn die Kunst ins Leben geht…“: Kaffee und Kunst in der Galerie im Aschingerhaus

Übergabe der Plakatwand an der Amthofmauer durch die Karlsruher Künstlergruppe „Kunst an der Plakatwand“ am Marktplatz mit anschließender Bewirtung im Aschingerhaus. Präsentation der Ergebnisse aus dem Projekt Reb-ART. Das Team des Vereins Kulturdreieck e.V. serviert Kaffee und leckere Kuchen.

Beginn: 14.30 am Marktplatz/ Amthof                                                                             

15.00 Uhr Präsentation der Projektergebnisse der Reb-ART im Aschingerhaus  

 Redner: Thomas Nowitzki /Helga Essert-Lehn   

Eintritt frei 


 

21. - 22. Juli 2017 Sommertage im Aschingerhaus

Am 21. und 22. Juli 2017 fanden die ersten Veranstaltungen im von der Gemeinde neugestalteten Innenhof des Aschingerhauses statt. Das Kulturdreieck bewirtete am Freitag und Samstag.

Am Freitag war die Gruppe „The Beez“ aus Berlin zu Gast. Rob Rayner an der Gitarre, Deta Rayner am Akkordeon, Annette Kluge am Schlagzeug und Peter D’Elia am Banjo/Gitarre entführten die Zuhörer auf eine Reise durch die internationale Folklore, die allerdings nicht unbedingt ernst , sondern gehörig auf die Schippe genommen wurde. Klänge der Taiga waren ebenso vertreten wie Bluegrass und Hillbilly. Lieder aus Rob Rayners Heimat Australien, wo die Band den europäischen Winter über tourt, durften ebensowenig fehlen wie Rockversionen einzelner Folksongs. Insgesamt war es eine Musik, die an einem lauen Sommerabend Freude verbreitete und zum Mitklatschen einlud. 


                   The Beez im Innenhof des Aschingerhauses am 21. Juli 2017

Am Samstag gab es Gelegenheit, eine Auswahl historischer Fotografien zum Thema Sommer in Oberderdingen aus den Beständen des Heimatkreises zu betrachten. Einzelne Besucher konnten sich als Kleinkinder darauf wiedererkennen. Mit Kaffee und Kuchen war das Aschingerhaus noch schöner. Neben einem Kunstworkshop mit Sybille Burrer und Ingrid Brütsch fand am Spätnachmittag eine Dichterlesung des Autorenteams DichterAmWort aus Karlsruhe statt. Obwohl als Gruppe auftretend, präsentierte doch jeder der drei Schriftsteller eine individuell stark markierte Sicht auf die Welt, sodass drei unterschiedliche literarische Stimmen hörbar wurden. Birgit Jennerjahn-Hakenes hat ihren Schwerpunkt im Narrativen, wie es eindrucksvoll in der Kurzgeschichte „Die Nacht ist nicht mein Tag“ deutlich wurde. Ihr literarisches Ich bewegt sich zwischen mitfühlender Ironie und beißendem Sarkasmus, um ihr Leiden am Zustand der Welt auszudrücken. Monika Miller ist dagegen eine Meisterin der kurzen Form und stellt in ihren verdichteten Texten ausgehend von der Natur und deren Farbenpracht Reflexionen über sich selbst an, in denen Grundfragen menschlicher Existenz sprachlich geschickt hin- und hergewendet werden. Norbert Willimskys Passagen bleiben in Erinnerung wegen der exakten Beobachtung alltäglicher Begebenheiten wie in „Parallelwelten“ und der scharfsinnigen Analyse, die diesen Beobachtungen folgen. Die Lesungen wurden von Jürgen Miller auf dem Saxophon mit Jazzklassikern gekonnt umrahmt.         

 


                                         Jürgen Miller                                  DichterAmWort